Wer keine Bucket List hat oder schreibt und seine erfolgreich abgearbeiteten Ziele am besten nicht gleich noch auf FB glorreich darstellt, kommt sich fast wie ein halber Mensch vor. Deswegen habe ich mir lange Gedanken gemacht, ob ich diesem Thema wirklich einen ganzen Artikel widmen soll. Dann ist mir wieder das tolle Buch in den Sinn gekommen, das sich vor einiger Zeit gelesen habe: "5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen" von Bronnie Ware. Es ist eine der wenigen Bücher, die ich auch ein zweites oder drittes Mal lesen werde.

Der Untertitel lautet "Einsichten, die Ihr Leben verändern werden". Mich hat das wirklich sehr beeindruckt und mir gezeigt, dass mein Leben endlich ist. Vielleicht früher, als ich es erwarte. Oft habe ich selbst das Gefühl, dass wir teilweise nicht das Leben leben, was wir uns wünschen. Das ist definitiv nicht einfach, weil man im Laufe der Zeit immer mehr Verpflichtungen eingeht. Da kann man dann nicht mal eben zu seinem Chef sagen, hör zu ich habe jetzt gerade Lust auf Südostasien, ich bin dann mal weg und komme in 4 Wochen wieder.

Das macht kein Chef mit. Umso wichtiger ist es, seine Wünsche festzuhalten. Das ist auch der Grund weshalb ich mich doch entschieden habe, einen Artikel über das Schreiben einer Bucket List zu veröffentlichen. Hier geht es nicht darum der Öffentlichkeit vorzuweisen, was man schon alles Tolles erlebt hat. Es geht vielmehr um eine innere Reise zu sich selbst. Denn wenn Du so eine Liste zu Papier bringen willst, musst Du Dir zuerst einmal Gedanken machen, was denn Deine wirklich innigsten Wünsche sind. Mit einer Bucket List verlierst Du sie dann nicht mehr aus den Augen. Denn wie schnell ist schon wieder Weihnachten und ein ganzes Jahr vergeht wie im Flug. Den eigenen Träumen ist man schon wieder keinen Schritt nähergekommen. Sie sind im Alltag untergegangen.

 

Behalte deine Träume im Auge

 

Es hat mich sehr nachdenklich gestimmt, von den Menschen zu lesen, die sich auf dem Sterbebett eingestehen mussten, dass sie nicht das im Leben verwirklicht haben, was sie sich immer wünschten. Wir leugnen oft unsere Wünsche, weil sie halt gerade nicht realisierbar sind. Wir machen uns gar keine Gedanken, was wir uns von ganzem Herzen wünschen.

Was darf auf gar keinen Fall in Deinem Leben fehlen?

 

Vor der Bucket List kommt die Kollage

 

Bevor Du Deine eigene Bucket List schreibst, solltest Du Dir in vielen ruhigen Minuten eine Kollage mit allem anfertigen, was Dir wichtig ist und was Du in Deinem Leben nicht vermissen möchtest. Lass Dir Zeit dafür, es sollen ja wirklich alle deine Herzenswünsche dabei sein. Das dauert ein wenig, bis es sich richtig anfühlt und die Kollage vollständig ist, zumindest für den Moment. Unsere Wünsche ändern sich mit der Zeit, das ist gut so. Du würdest sonst immer noch Deinen Stars aus deiner Teenagerzeit hinterherjubeln und ungefiltert alles gut finden, was die so von sich geben.

Wenn Du Dich mit manchen Träumen beschäftigst, kann es sein, dass Du diese wieder von der Liste streichst.

Ich habe das selber auch. Mein größter Wunsch war immer mit der Transsibirischen Eisenbahn zu fahren. Als ich mich dann näher damit beschäftigt habe, stellte ich fest, dass ich ja 10 Tage mindestens in einem Zug "gefangen" war. In einem Abteil in dem ich nicht viel tun konnte als den ganzen Tag aus dem Fenster zu sehen, zu lesen, zu essen und tja und was noch? Vielleicht noch mit den Reisenden unterhalten. Will ich das wirklich? Für so viel Geld? Letzten Endes habe ich diesen Traum wieder gestrichen. Da gibt es andere Ziele oder Aktivitäten, die mir dann viel wichtiger sind.

Damit solltest Du auch rechnen. Das ist nicht schlimm, es gehört einfach zu diesem Prozess dazu. Genieße es herauszufinden, was du erleben willst und was doch nicht so wichtig für dich war. Das ist eine Erleichterung, denn nun hast Du Zeit, Dich ungehindert um Deine innersten Wünsche zu kümmern.

 

Die Alternative zur Liste

 

Du kannst auch nur mit einer Kollage arbeiten. Es liegt ja nicht allen mit Listen zu arbeiten, nicht jeder muss die Dinge, die er erlebt hat ausstreichen. Vielleicht ist für Dich eine Kollage besser als eine Bucket List, auf der Du immer wieder angeregt wirst, Deinen Wünschen und Träumen zu folgen. Du hast den Vorteil, dass Du auf einer Kollage auch Sprüche oder Lebensweisheiten einbinden kannst, die Dich unterstützen in Deinem Leben.

 

 

Deine Bucket List

 

Du hast Dir bis hierher viele Gedanken um Deine Wünsche und Ziele gemacht. Bevor Du nun daraus Deine Liste erstellst, möchte ich Dir noch ein paar Hinweise zum Nachdenken mit auf den Weg geben. Die 5 wichtigsten Dinge, die Sterbende bereuen, sind keine Materielle Errungenschaften. Es ist nicht das tolle Haus am Meer, der Oldtimer oder die Weltreise. Es sind die Zwischenmenschlichen Dinge, die man mit Geld nicht kaufen kann.

 

"Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, mir selbst treu zu bleiben, statt so zu leben, wie andere es von mir erwarteten

Ich wünschte, ich hätte nicht so viel gearbeitet

Ich wünschte, ich hätte den Mut gehabt, meinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen

Ich wünschte, ich hätte den Kontakt zu meinen Freunden gehalten

Ich wünschte, ich hätte mir mehr Freude gegönnt"

(aus dem Inhaltsverzeichnis "5 Dinge, die Sterbende am meisten bereuen" von Bronnie Ware)

 

Behalte diese Aussagen im Hinterkopf, wenn Du Deine Liste in Angriff nimmst. Nicht nur die besonderen Reiseziele oder Erlebnisse sind wichtig. Es sind vor allem Deine Beziehungen zu den Menschen, die Dir nahestehen und am allerwichtigsten die Beziehung zu Dir selbst.

Die Fragen nach dem

  • Wie möchtest Du leben?
  • Mit welchen Menschen möchtest Du Dich umgeben?
  • Wer bist Du selbst?
  • Was möchtest Du Leben?
  • Wobei verlierst Du die Zeit aus den Augen?
  • Was sind Deine Wertvorstellungen?
  • Worin kannst Du voll und ganz aufgehen?
  • Was sind Deine Leidenschaften?

 

Diese verdienen eine intensive Auseinandersetzung. Diese fünf Aussagen Sterbender sind für mich die 5 Gründe eine Bucket List zu schreiben. Auf meinem Sterbebett möchte ich ungern vieles bereuen. Niemand macht in seinem Leben keine Fehler oder trifft Entscheidungen, die im Nachhinein unangenehm oder unangemessen waren. Aber im Großen und Ganzen würde ich gerne ein Leben führen, bei dem ich guten Gewissens sagen kann, das war ein schönes und erfülltes Leben für mich.

 

Ich wünsche Dir viel Spaß und interessante Erkenntnisse mit Deiner Bucket List.

 

Foto: Abriele Planthaber / www.pixelio.de

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5 Gründe Deine „bucket list“ zu schreiben
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