Langsam kriecht die Angst in mir hoch! Mein Herz rast. Nur noch eine Woche bis zu Abflug. Oh Mann, was hat mich da bloß geritten!!! Ich habe meinen Traumurlaub gebucht -  10 Tage USA. Warum wollte ich unbedingt Rinder treiben und auf einer Ranch Cowgirl spielen? Wäre ich doch mal schön zu Hause geblieben.

 

Hätte ich nicht viel Geld dafür bezahlt und mich ein Freund zum Flughafen gebracht, ich glaube ich wäre nicht geflogen. So hatte mich die Angst gepackt. Und ich hätte das beste verpasst, was ich bis dahin je getan habe! Keine der Katastrophen aus meinen Hirngespinsten ist wahr geworden. Ich bin nirgends hängen geblieben, mich musste keiner retten, mein Pferd ist nicht in wildem Galopp durch die Prärie gerast und ich bin auch nicht von einem Rind angefallen worden.

 

Dafür bin ich stolz und ein Stückchen größer aus den USA wiedergekommen. Ich hab’s geschafft!!! Was für ein Erfolg!!!

 

"Sei wild, frech und wunderbar!" (Astrid Lindgren)

 

Ja genau, sei wieder Kind und lebe Deine Träume. Ist doch sch... egal, was alle Andern denken.

 

Tja ich weiß genau, was Du jetzt denkst. Wäre schon schön, aber meine Eltern, mein Partner, meine Freunde... halten mich doch dann für verantwortungslos, verrückt, egoistisch, durchgeknallt...

 

Mich erinnert Pipi Langstrumpf immer an unbeschwerte Kindertage in denen alles möglich war. Die Welt war immer bunt, lustig und das Unmögliche existierte gar nicht, denn hier war alles, was ich mir vorstellen konnte Wirklichkeit. Alles war möglich und fantastisch, der Fantasie waren keine Grenzen gesetzt.

 

Wenn Du erwachsen wirst, verlierst Du genau diese Vorstellung. Du hast gelernt, Dich anzupassen, zu überlegen was die Anderen von Dir wollen, was sie von Dir jetzt und in Zukunft erwarten. Checkst Du auch jede Entscheidung danach ab, ob sie den Anderen gefallen könnte? Ob Du genauso bist, wie Andere Dich haben wollen? Das hat sich bei mir irgendwann so falsch angefühlt, dass ich MICH nicht mehr im Spiegel erkannt habe. Das war der Zeitpunkt an dem ich handeln musste.

 

 

Wer bist Du?

Das war erst einmal eine der schwierigsten Fragen. Ich konnte sie nicht beantworten, denn ich hatte mich immer an den Anderen orientiert. Oder an dem was ich glaubte was andere von mir erwarteten. Also musste ich mir ein paar Fragen stellen, die auch Dir helfen Klarheit über Dich selbst zu bekommen:

 

  • Was sind Deine Träume? (nicht zensieren, schreibe sie alle auf!)
  • Wann bist Du total in Deinem Element?
  • Welche Tätigkeiten füllen Dich aus?
  • Was fühlst Du bei den unterschiedlichen Aufgaben, die Du täglich hast?
  • Wie gerne bist Du mit Deinen Freunden zusammen?
  • Wer stärkt Dich? Auch was stärkt Dich?
  • Welche Treffen ziehen Dich eher runter?
  • Was schwächt Dich?

 

Mache Dir klar wer Du bist! Wessen Leben lebst Du, wenn Du Dich immer an Anderen orientierst? Und warum bist Du eigentlich nicht glücklich, wenn Du doch alles tust, was man von Dir erwartet?

 

Auch ich hatte mir diese Fragen gestellt.

 

Dann habe ich angefangen daran zu arbeiten. Das war noch bevor ich in die USA gereist bin. Denn einer meiner Träume war reiten. Also fing ich wieder an zu reiten, diesmal western und nahm Unterricht. Anfangs fiel ich oft vom Pferd. Aus lauter Angst runterzufallen konnte ich mich gar nicht entspannen. Klar, dass bei einem Pferd als Fluchttier da die Alarmglocken losgehen, weil es kein Vertrauen zu mir aufbauen konnte. Aber ich habe diesmal nicht aufgegeben. Ich habe mich den Ängsten gestellt, auch im Leben, nicht nur beim Reiten.

 

 

Was ist Angst?

 

Angst ist eine biologische Reaktion auf Gefahr oder Bedrohung von außen. Sie warnte unsere Vorfahren vor Gefahren und lies sie blitzschnell entscheiden, ob es in der Situation besser ist zu kämpfen oder zu flüchten. In Sekundenbruchteilen werden chemische Prozesse im Körper in Gang gesetzt, die für das Überleben wichtig waren. Das passiert auch heute noch bei einer Angstattacke.

 

Ich möchte hier in diesem Artikel erst einmal auf unsere "normalen" Ängste eingehen, nicht auf Angststörungen, Phobien oder Panikzustände, deren Behandlung die in die Hände von Psychotherapeuten und Psychologen gehört.

 

Normalerweise sind unsere alltäglichen Ängste nur Gedanken mit denen wir eine Situation bewerten. Wir selbst geben allem die Bedeutung. Diese Bewertungen haben wir in der Kindheit hauptsächlich von unseren Eltern, aber auch von Verwandten oder Lehrern entwickelt, oder auch von ihnen erlernt.

 

Ängste verhindern jedoch, dass Du neue Erfahrungen machst, Dich weiterentwickelst und Deine Potentiale für die Verwirklichung Deines eigenen Lebens (-traumes) nutzt. Da es Erfahrungen aus der Kindheit sind, die wir erlernt bzw. unser Verhalten angepasst haben, lautet die schöne Perspektive - sie sind auch wieder änderbar und auflösbar. Wenn Du den Mut aufbringst, Dich Deinen Ängsten zu stellen, hast Du die Chance glücklich zu werden, eine Menge Ballast abzuwerfen und zu Dir selbst zurück zu finden.

 

 

Glaubenssätze, die stillen Begleiter

 

Glaubenssätze sind subjektive Überzeugungen über Dich selbst. Sie sind unbewusste Lebensregeln, die Du Dir in Deiner Kindheit angeeignet hast, nach denen Du aber heute noch handelst und entscheidest.  Manchmal weichen sie stark von der Realität ab.

 

Wir alle haben diese Lebensregeln entworfen, um uns in der Kindheit anpassen zu können. Eigentlich wolltest Du nur die ungeteilte Aufmerksamkeit Deiner Eltern bekommen und natürlich deren Liebe. Dafür machen Kinder alles. Wir alle haben jedoch Situationen in unseren Erinnerungen abgespeichert, in denen das nicht funktioniert hat. Wir haben uns abgelehnt gefühlt, oder wurden trotzdem kurz alleine gelassen, obwohl wir doch darum gebeten hatte mit zu dürfen, wir hatten das Gefühl nicht genug Lob, Anerkennung, Liebe, Zuneigung... zu bekommen.

 

Man kann quasi sagen, jede diese Situationen hat einen Satz in uns geformt, der zu einer Lebensregel geworden ist, und zwar unbewusst. Deine Eltern, Verwandten oder Lehrer haben es nicht böse gemeint, sie wollten Dein Bestes und haben Dich so gut sie es wussten erziehen wollen, meistens mit dem Hintergedanken, dass Du es einmal einfacher oder besser haben solltest. Verzeihe ihnen, denn sie haben einfach versucht ihr Bestes zu geben.

 

Hinter Deinen Glaubenssätzen steckt immer eine der vier Grundängste. Der Schlüssel zum Auflösen Deiner subjektiven Überzeugung ist, herauszufinden, welche Angst hinter dem jeweiligen Glaubenssatz steckt und mir welcher belastenden Situation dieser Satz verbunden ist. Heute kannst Du diese Situation neu deuten und das Glaubensmuster auflösen. Ändere den Gedanken und beobachte, was passiert.

 

Die vier Grundängste:

  • Angst nicht genug zu bekommen
  • Angst nicht geliebt zu werden
  • Angst nicht anerkannt zu werden
  • Angst verlassen zu werden

 

Welche Angst beherrscht Dich?

Fange an, Deinen Ängsten zu begegnen und nicht, Dich von Ihnen bestimmen zu lassen. Dazu braucht man keine Konfrontationstherapie in der man immer und immer wieder der Angst begegnet. Stellen musst Du Dich der Angst, das lässt sich nicht vermeiden. Manchmal ist dieser Prozess auch schwer alleine durchzuführen. Manchmal benötigt man professionelle Hilfe über ein Coaching oder Long Ku Training.

 

Im Normalfall kannst Du folgendermaßen vorgehen:

 

Löse in 3 Schritten Deinen Glaubenssatz auf

Alle Sätze, die dir sofort ins Bewusstsein dringen, wenn du etwas Neues anpacken willst oder wenn Du in einer Situation nicht das tust, was Du eigentlich willst, sind deine abgespeicherten Glaubenssätze. Schreibe sie auf. Dazu ist es sinnvoll sich jeden Tag 5 Minuten Zeit zu nehmen, ich finde das für den Anfang am Abend seht sinnvoll. Dann kannst Du den Tag vor Deinem geistigen Auge vorbeiziehen lassen. Jede Situation, in der Du nicht so reagiert hast, wie Du eigentlich gewollt hättest kommt auf Papier.

 

Dann überlege Dir, welche Grundüberzeugung, welcher Glaubenssatz dahintersteckt. Welche Überzeugung hast Du abgespeichert?

 

Es gibt eine ganze Reihe von Glaubenssätzen und sie ließe sich endlos fortsetzen. Hier einige Beispiele:

  • Ich bin nicht gut genug
  • Ich darf nicht auffallen
  • Niemand interessiert sich für mich
  • Ich bin nichts Besonderes
  • Keiner hört mir zu
  • Ich verdiene das nicht
  • Die anderen mögen mich nicht
  • Ich darf keinen Erfolg haben

 

Nun schreibe alles was Du dabei fühlst (ich bekomme keine Luft, habe einen Kloss im Hals, bin wütend, enttäuscht, traurig, einsam, frustriert...) auf.  Lass diese Gefühle zu. Sie gehören zu Dir und sie erinnern Dich meist an Ereignisse aus Deiner Kindheit.

  • Woher kennst Du das also Gefühl, das sich in Dir ausbreitet?
  • Wie würdest Du heute, als erwachsener Mensch, diese Situation bewerten?
  • Welche Änderung des Glaubenssatzes könnte dich heute unterstützen?
  • Ändere den Glaubenssatz bzw. den Gedanken und beobachte, was passiert

 

Beispiel:

Dein Glaubenssatz lautet: Ich bin nicht gut genug

Positiv könnte er lauten:

  • Ich gebe immer mein Bestes
  • Ich bin gut genauso wie ich bin
  • Ich bin einzigartig, weil ich genauso bin, wie ich jetzt bin
  • ...

 

Du kannst Deine Glaubenssätze ändern, Du bist kein Opfer, Du kannst handeln, wenn Du das möchtest. Es ist nicht immer einfach sich seinen Ängsten zu stellen, aber es ist unheimlich befreiend sich die Arbeit zu machen und Deine Glaubenssätze umzuwandeln in positive Impulse. Sie lassen Dich zu Dir selbst werden. Mit ihrer Hilfe kannst Du Dein Leben nach Deinen Vorstellungen gestalten und Deine Ängste überwinden.

 

Werde mutig und wandle Deine Glaubenssätze um, dann verlierst Du nach und nach Deine Ängste!

 

Foto: Martin Gebhardt
www.pixelio.de

 

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Angst – so befreist Du Dich daraus!
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