Tabuthema Wut. Dieser Artikel entstand für die Blogparade von Lia Rienzi.

Wut und Aggressionen sind auch heute noch ein Tabu, das man ab besten mit sich selbst abmacht. Es ist einfach uncool und unprofessionell im Privatleben oder gar auf der Arbeit zuzugeben, dass man wütend ist. Oft kann man es aber gar nicht verbergen. Bin ich total wütend, bin ich meist auch gleichzeitig total enttäuscht. Ich kann es dann nicht verhindern, dass mir die Tränen kommen. Ganz schön unangenehm!

 

Wut aus psychologischer Sicht

 

Psychologisch betrachtet ist Wut ein sehr intensives Gefühl von Ärger. Sie kann zu aggressiven Handlungen führen. Werden wir wütend, dann steigt unser Noradrenalin- und Testosteronspiegel deutlich an. Wir werden rot. Das nennt man auch non-verbales Ausdrucksmuster. Unsere Wut dient der Erweiterung bzw. der Verteidigung unseres Lebensraums bzw. der Sicherung unserer Grenzen.

Seinem Zorn Ausdruck zu verleihen, kann befreiend sein. Er setzt richtig eingesetzt Kräfte frei, die in einen Veränderungsprozess führen können. Anders Herum hat man in klinischen Tests festgestellt, dass für Herzinfarktpatienten Wut, Depression und Angst schädlich sein können.

Genau darin aber liegt auch ein großer Gewinn, den wir aus diesem Gefühl für uns ziehen können. Wenn Wut bedeutet, dass wir unsere Grenzen erreicht haben oder dass jemand über unsere Grenzen gegangen ist, sind wir eine große Erkenntnis weiter.

Es gibt mehrere Möglichkeiten mit dem Gefühl des Zorns und der Aggression umzugehen. Du kannst sie einfach ausleben, sie herausschreien, irgendwo draufschlagen, etwas zerstören. Was ist, wenn Deine Wut so groß wird und Dich so aggressiv macht, dass Du jemanden in Deiner Nähe verletzt… All das ist meiner Meinung nach die schlechteste  Möglichkeit, Deine Wut auszuleben.

 

Hole Dir dringend Hilfe, wenn Du bemerkst, dass Menschen in Deiner Umgebung unter Deinen Wutausbrüchen leiden, psychisch oder körperlich!

 

Die Frage ist: Bringt Dich das weiter? Lehrt Dich diese Verhalten irgendetwas? Was passiert beim nächsten Wutanfall? Was ist, wenn andere Menschen betroffen sind? Vor allem wie fühlst Du Dich dabei?

 

Man denkt oft nicht daran, sich selbst zurückzuhalten;
Wer aber daran denkt, der lässt den Zorn erkalten.
(6. Vers) Buddha

 

Diesen Spruch von Buddha ist nicht leicht umzusetzen, aber es lohnt sich, daran zu arbeiten. Denke daran, Wut ist „nur“ ein Gefühl. Und Gefühle kannst Du zu einem gewissen Grad steuern. Du bist ihnen nicht ausgeliefert. Auch wenn es sich manchmal so anfühlt, weil die Flammen im Titelbild und sich in Dich hineinfressen. Nimm das nicht hin.

 

Handle! Du kannst das! Immer Schritt für Schritt weitergehen und das Problem hinter der Aggression bearbeiten.

 

Es gibt einige Tipps, um in der akuten Situation nicht unangemessen zu reagieren und sich damit mehr Ärger als Erleichterung einzufangen.

 

3 Soforttips bei einem Wutausbruch

 

1.Bis 10 zählen

Wenn Dich jemand ärgert und wütend macht, reagiere nicht sofort, sondern zähle bis zehn. Gehe vielleicht sogar aus dem Raum und komme dann wieder. Erst jetzt machst Du Deinem Ärger Luft. Du bist immer noch erregt und Dein Gegenüber wird das merken, aber Du kannst jetzt mit kühlerem Kopf antworten.

 

2.Abbrechen, wenn’s aus dem Ruder zu laufen droht

Sollte die Situation zu heftig werden, brich das Gespräch ab. Gib zu, dass Du im Moment nicht weiter darüber sprechen kannst, weil es Dich wütend macht. Dein Gegenüber sollte dafür Verständnis haben. Nur wenn Du nicht vor Wut überschäumst, sondern klar denken kannst, hast Du eine Chance auf Konsens und Lösungsorientierung.

 

3.Entgegengesetzt handeln

Zugegeben das klingt jetzt etwas komisch, aber es hilft. Ganz plastisch ausgedrückt bedeutet das, dass man zum Beispiel kurz den Menschen, der einen gerade wütend macht einfach umarmt (würde ich bei Fremden oder dem Chef jetzt nicht empfehlen:-), da würde ich lieber ein anderes freundliches Thema anfangen). Der Trick dahinter ist, seine Wut nicht noch weiter anzufeuern, sonder eine andere Haltung herbeizuführen. Lächeln kann auch funktionieren. Versuche einfach mal zu lächeln und wütend gleichzeitig zu sein. Also ich hab das noch nicht hinbekommen 🙂

 

Langfristige Strategien gegen Deine Wutanfälle

 

Kurzfristig in der aktuellen Situation Deine Wut zu kontrollieren ist ein schwieriger Prozess. Es wird einige Zeit und Übung benötigen, bis das gelingt. Aber die Mühe lohnt sich. Du wirst entspannter und gelassener damit umgehen können.

Wichtig dafür ist aber auch langfristig und nachhaltig an Deiner Wut zu arbeiten. Alle Enspannungstechniken, die Dir einfallen sind auf jeden Fall hilfreich. Egal, ob Du Dich für autogenes Training, Mediation, Yoga… entscheidest. Sie ändern auf langsame weise Deinen Stresspegel. Entspannung lässt der Wut kaum Chancen sich zu entfalten.

Ausdauersport wäre eine andere Art, Aggressionen los zu werden. Pauer Dich ein oder besser mehrmals in der Woche richtig aus. Das dient ebenfalls der Entspannung, denn Dein Serotoninspiegel steigt dabei an. Man nennt es auch Glückshormon. Dadurch kann es auch Angst und Depressionen entgegenwirken.

 

Hinter den Kulissen

 

Möchtest Du noch tiefer gehen und Deine Wut noch besser in den Griff bekommen?

Hinter der Wut versteckt sich vielleicht noch etwas ganz anderes. Etwas was Du im Moment gar nicht siehst. Das kannst Du nur herausfinden, wenn Du Dir ab und zu Zeit für Dich nimmst. Überlege Dir genau, was Dich in Rage bringt. Lasse die Situationen vor Deinem inneren Auge Revue passieren.

 

Folgende Fragen bringen Dich dem Kern des Problems näher:

  • was genau macht Dich wütend?
  • wie fühlt sich Deine Wut an?
  • was wärest Du ohne diese Aggressionen?
  • woher kennst Du Wut?
  • was macht sie mit Dir?
  • woran hindert Dich dein Wutausbruch?
  • was vermeidest Du damit? Oder was gewinnst Du dadurch?

 

Wenn dir noch mehr Fragen einfallen, beantworte sie so ehrlich wie möglich. Du kannst dabei nur gewinnen und reich werden an Erkenntnissen über Dich selbst. Habe keine Angst davor, Deine innere Wahrheit u finden. Manchmal ist der Weg steinig und Du wirst Dich vielleicht öfter zurückziehen müssen und Dir Fragen und Gedanken nachzuhängen.

Wenn Du weißt, was genau Dich wütend macht, formulieren eine Satz, der das alles beinhaltet.

Beispiel: Meine Wut macht mich ohnmächtig, weil ich nicht weiß, wie ich mich gegen Ungerechtigkeit wehren soll.

Bist Du an diesem Punkt, so bist Du schon extrem weit gekommen. Nun geht es darum diesen Satz in einen positiven Impuls umzuwandeln.

Beispiel: Ich habe die Macht, mich gegen Ungerechtigkeiten mir gegenüber zu wehren.

Wichtig ist, dass Du beide Sätze wirklich fühlst. Spüre in dich hinein, Du erkennst, wenn der Satz die Wahrheit ist. Formuliere den neuen Satz immer positiv und aufbauend. Er solle den alten Glaubenssatz ersetzten und Dich unterstützen und stärken.

Wut ist ein schwieriges Thema. Ich denke auch deshalb sprechen wir nicht gerne über sie. Sie muss aber keinen im Griff haben. Du selbst hast Du Macht, Deine Wut zu steuern. Du selbst hast es in der Hand, wie weit sie Dich bringt oder ob Du sie für Dich und Deine Veränderungen nutzen willst.

Ich wünsche Dir viel Mut, Erfolg und Freude auf Deinem Weg.

Michaela

 

Deine Wut macht dich rasend? Befreie Dich davon
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