Im Januar hat Michaela einen wunderschönen Blogbeitrag zum Thema Lebensfreude für meine Webseite www.liarienzi.com geschrieben. Danke nochmal dafür!
Heute schreibe ich einen Gastbeitrag für ihren Blog. Ich muss sagen, ich freue mich sehr über diesen gemeinsamen Austausch.

Vor ein paar Jahren habe ich in meinem Leben einen ganz entscheidenden Schritt gemacht: Ich habe mich entschlossen, ganz bewusst meinem Herzen zu folgen! Denn schon lange gab es in mir diese tiefe Sehnsucht nach Echtheit und Wahrheit. Ich hatte keine Lust mehr mitzuspielen im Leben, das alle leben: Schule, Job, heiraten, Kinder, Rente,… Stattdessen wollte ich wissen, was ist meine wirkliche Essenz?! Wer bin ich wirklich und wie möchte ich mein Leben gestalten?!

Also habe ich kurzer Hand alles stehen und liegen gelassen und bin aufgebrochen in ein komplett neues Leben. Dabei habe ich entdeckt, dass eine einfache Entscheidung nicht ausreicht, sondern das wir ganz schön herausgefordert werden. Wir sind sehr geprägt von der Vorstellung, wie ein Leben auszusehen hat.

Ich habe gemerkt, welche große Rolle meine eigenen Gedanken spielen. Teilweise war es so, dass mein Herz ganz klar und deutlich das eine wollten und meine Gedanken sich dabei ziemlich querstellten. Ich wollte meinen damaligen Job kündigen und ein ganzes Jahr nicht arbeiten. Geld hatte ich gespart und ich wusste, dass ich mir das erlauben konnte. Ich zweifelte, war misstrauisch und besorgt um meine Sicherheit.
Wenn wir uns entscheiden, unsere eigene Wahrheit zu leben, müssen wir damit rechnen, dass unsere Gedanken sich wie Steine in den Weg legen. Das ist okay und sogar normal und sollte uns trotzdem nicht von unserem Weg abbringen. Unser Herz weiß oft mehr als unser Verstand.

Mir ist außerdem aufgefallen, dass meine eigene Wahrheit so ganz anders ist, als das Leben, was die meisten Menschen leben. Da tat sich plötzlich eine ziemliche Kluft auf, zwischen dem „Standart-Leben“ und meinen Wünschen. Manchmal kam es mir so vor, als würde keine mich verstehen. Ich hatte oft den Eindruck, dass Menschen denen ich begegnete meine Entscheidungen komisch fanden und kritisch fragten „was machst du da?“. Das löste unangenehme Gefühle in mir aus. Schmerz, Angst, manchmal habe ich mich sehr einsam gefühlt. Denn wir alle sehnen uns danach, verstanden und so angenommen zu werden, wie wir sind.
Was mir geholfen hat, diese Phasen der Wandlung durchzustehen, waren Mut und Vertrauen, das Richtige für mich zu tun.

Was ich wahrgenommen habe, war Angst. Existenzangst! Kann ich bestehen, wenn ich meinem Herzen folge oder gehe ich verloren?
Das war einerseits ans Geld gebunden, da ich einfach nicht mehr in der Lage war, einen 40 Stunden Job zu machen; aber auch an ein tiefes Gefühl in meinem Inneren, voll okay zu sein, so wie ich bin. Diese Furcht hat sich in verschiedenen Situationen gezeigt. Mal stärker, mal schwächer. Das kann einen aus der Bahn werfen. Was mir geholfen hat, mit meiner Angst umzugehen, war atmen. Wenn wir panisch sind verkrampfen wir uns und werden starr. Durch bewusstes Atmen konnte ich mich beruhigen und weich werden. Aus der Entspannung heraus konnte ich sie dann loslassen.

Wie ihr merkt, es ist nicht immer Friede-Freude-Eierkuchen, wenn wir uns bewusst entscheiden unserem Herzen zu folgen aber es ist Abenteuer und spannend. Es ist herausfordernd und doch gleichzeitig so liebevoll und unglaublich schön!

Ich wünsche mir, dass alle Menschen den Mut haben, sich selbst zu entdecken und anfangen ihr liebenswertes Leben zu leben!

Über den Mut sich selbst zu entdecken – Gastbeitrag von Lia Rienzi
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