Respekt ist meiner Meinung nach super wichtig, gerade heute in unserem schnelllebigen Alltag. Wir wollen alle „nur mal eben schnell die Welt retten“. Wo bleibt da die Zeit für Respekt bzw. einen respektvollen Umgang mit unseren Mitmenschen?

Ich schaue mir heute sehr ungerne Diskussionen, auch nicht politische, im Fernsehen an. Oft finde ich, dass hier keiner mehr die Meinung des Anderen und seine Einstellung respektieren will. Nicht einmal mehr ausreden lassen kann man sein Gegenüber. Dabei sollten Politiker, Schauspieler und Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, Vorbilder sein. Und von Moderatoren erwarte ich schon, dass Ihr Ziel, die umfassende und objektive Information der Zuschauer ist. In jedem privaten Seminar werden Umgangsregeln vereinbart und authentic Leadership gelehrt. Wo sind die denn in einer TV Diskussion hingekommen? Ich weiß, es sind nicht alle Sender und alle Diskusionssendunge so, wie beschrieben.

Und die Diskussionen um Cybermobbing nehmen eher zu als ab. Sogar über Bestrafung und neue Gesetze in diesem Zusammenhang wird diskutiert.

Andersartigkeit gibt immer Raum für eine Positionierung. Zum Glück sind wir nicht alle gleich! Jeder ist einzigartig und damit anders. Das ist eine Bereicherung für eine liberale und demokratische Gesellschaft, genauso wie im Kollegen, Freundes -und Familienkreis.

Das Wort Respekt kommt aus dem lateinischen respicere: zurückschauen. Respekt bedeutet auch   Achtung, Höflichkeit, Fairness, Anerkennung, Toleranz.

Wer zurückschaut kann nicht im Affenzahn blind nach vorne rennen. Der nächste Laternenpfahl bringt ihn unweigerlich und ohne Vorwarnung zum Innehalten. Nach dem Aufstehen werden einige wie Rumpelstilzchen mit dem Bein aufstampfen und fragen, warum denn alle so respektlos sind.

 

Respekt beginnt bei DIR selbst

 

Aber mal ehrlich, respektierst Du Dich selbst? Kannst Du Dich anerkennen mit all Deinen Ecken und Kanten? Bist Du Dir gegenüber achtsam, fair und gehst höflich mit Dir um? Super, wenn Du alles mit Ja beantworten kannst. Dann geniesse Dein Leben. Die meisten von uns werden sich aber eingestehen müssen, dass sie sich selbst gegenüber nicht so behandeln. Wir denken vom Aufstehen bis zum Einschlafen ohne Unterbrechung. Unsere Gedanken sind uns oft gar nicht bewusst.

Ich habe einmal bewusst Tagebuch über meine Gedanken geführt. Jeden Abend habe ich mir einzelne Situationen vom Tag ins Gedächtnis gerufen und versucht aufzuschreiben, was ich jeweils gedacht habe. Und da ist ganz schön viel Negatives dabei rausgekommen.

„Mann war das blöd“

„Das schaffe ich nie“

„Da denken die Anderen doch ich sei ganz durchgeknallt“

„Dazu bin ich einfach zu doof“….

Die Liste läßt sich noch mühelos erweitern. Mir ist dabei klargeworden, dass ich ganz schön schlecht über mich denke. Ganz selten einmal hatte ich mich in Gedanken gelobt, oder mir anerkennend auf die Schulter geklopft. Ganz ehrlich wir machen nie einen ganzen Tag nur Dinge die doof sind. Wir sind aber fokussiert auf das Negative. Schon in unserer Kindheit wurde uns gesagt „Eigenlob stinkt“. Natürlich brauchen wir niemanden, der von sich narzisstisch überzeugt ist und uns ständig die Ohren volldröhnt, wie toll er ist.

 

Verändere Deinen Fokus

Respektvoll mit sich selbst umzugehen bedeutet, sich über sich selbst und die eigenen Ziele, Wünsche und Bedürfnisse im Klaren zu werden. Innezuhalten, in sich hineinzuhören was wirklich wichtig ist – im Moment.

Die Übung mit dem Gedanken aufschreiben kann ich Dir nur wärmstens empfehlen. Man lernt eine ganze Menge über sich selbst. Versuche das mal eine Woche in Deinen Alltag einzubauen. Am besten nimmst Du Dir vor dem Schlafen gehen einen Zettel oder Block und schreibst auf, was Dir noch so alles an Gedanken über Dich selbst an diesem Tag einfällt. Lasse dazu den Tag Revue passieren. Dann fallen Dir auch die Situationen und Gedanken dazu wieder ein.

Ändere den Gedanken und schau was passiert

 

Wenn Du nun nach einer Woche eine Liste mit Gedanken vor Dir hast, erkennst Du, ob Du vorwiegend negativ oder doch ganz positiv über Dich denkst. Alle negativen Gedanken bzw. Glaubenssätze wandelst Du in etwas Positives um. Ein Beispiel: der Gedanke „das kann ich nicht“ könnte lauten:“ Mir ist es heute noch nicht gelungen, morgen versuche ich es noch einmal.“

Und manches wird man wirklich nicht können. Dann ist es wichtig, das zu akzeptieren. Sich daran festzubeißen, dass man da nicht mit Anderen mithalten kann ist verschwendete Energie. Dafür kannst Du etwas anders besser. Wenn man etwas erreichen will, heißt es oft, man solle sich an Menschen orientieren, die schon dort sind wo Du hinwillst. Orientiere ist ok, sich den Weg anzusehen und zu schauen, wie das derjenige geschafft hat und was man davon für sich verwenden kann. Aber sich zu vergleichen und zu hadern, weil es immer jemanden gibt, der mehr Geld hat oder ein größeres Haus oder das schnellere Auto, macht unglücklich.

Zu wissen, was ich selber für mich möchte, was mir reicht. Eruieren wo ich hinwill und was ich bereits erreicht habe in meinem Leben, sind wichtige Meilensteine auf dem Weg zu einem respektvollen Umgang mit sich selbst. Tue Dir Gutes, erkenne Deine Stärken und Deine Schwächen. Beides zusammen machen Dich unverwechselbar, einzigartig und anders. Du bist ein Unikat mit all Deinen Erfahrungen und Einstellungen.

 

Du bist einzigartig, so wie Dein Gegenüber

 

Je mehr Du Dir selbst gegenüber Respekt zollst, desto mehr kannst Du anderen mit Respekt begegnen. Wenn Jeder einzigartig ist und jeder für sich eigene Erfahrungen gesammelt hat, dann ist der Umgang mit dem Anderen eine Bereicherung. Die Meinung und Einstellung einer anderen Person hilft uns unsere eigene Meinung zu stärken. Oder wir müssen sie ein wenig zu nivellieren, weil ein anderer Aspekt dazu gekommen ist, den man vorher so noch nicht gesehen hat. Sicherlich ist einem nicht jeder Mensch sympathisch, aber dennoch kann man Jedem mit Respekt begegnen.

Achtung und Wertschätzung für sich selbst mündet in der Achtung und Wertschätzung des Individuums, des individuellen Du. Was bedeutet Wertschätzung für Dich? Hast Du Dir darüber schon mal intensiv Gedanken gemacht? Ich schreibe ja gerne und „erarbeite“ mir solche Fragen oft mit einer Schreibmeditation. Da nehme ich mir ein Wort oder eine Aussage oder eine momentane Herausforderung vor. Dazu schreibe ich alles auf, was mir gerade in den Sinn kommt. Danach sind die Gedanken klarer und ich habe schwarz auf weiss, was mich an diesen Themen bewegt.

 

Wer bist Du?

Diese Frage hast Du Dir bestimmt schon öfters gestellt. An jeder Abzweigung im Leben, wenn sich etwas verändert, dann musst Du Dich neu ausrichten. Dann ändert sich ein klein wenig auch Dein DU. Je genauer Du weißt wer Du bist, nach welchen Werten Du leben möchtest, welche Träume Du verwirklichen willst, wofür Du brennst, desto stärker macht Dich das. Dein Handeln wird sich nicht danach richten, was Andere vor Dir vielleicht erwarten.

Dein Handeln richtet sich immer mehr danach, was Du möchtest und was Dir guttut. Wertschätzung und Respekt dienen dazu auch die anderen als Individuen anzuerkennen. Respekt ist quasi die Erdung Deiner selbst, damit Du nicht zum Egoisten oder gar Narzissten wirst.

Finde heraus wer Du bist und wer Du sein möchtest. Probiere vieles aus, nur dann kannst Du sicher wissen, ob es Dir gefällt oder keinen Spaß macht oder einfach nicht Deiner Persönlichkeit entspricht.

Was zählt für Dich im Leben? Bin gespannt auf Deine Kommentare.

 

 

Foto:Lupo
www.pixelio.de

 

Respekt – verzweifelt gesucht
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