Selbstachtung ist meiner Erfahrung nach ein ganz wichtiger Punkt, wenn Du wirklich zu Dir selbst finden möchtest und Deine Potenziale erkennen und leben willst.

Nur der wird geliebt und geachtet, der sich selber liebt oder achtet. Versuche nie, allen zu gefallen, oder du wirst die Achtung aller verlieren.

Paulo Coelho, Die Schriften von Accra

Dich selbst achten und lieben bevor man von anderen geliebt und geachtet werden kann, ist an sich einleuchtend. Wenn Du Dich selbst nicht achten kannst, wie soll das jemand anderes können? Deine gesamte Ausstrahlung, Deine Körperhaltung und Deine Sprache wird Dein Gegenüber Deine eignen Zweifel fühlen und sehen. Wie soll jemand Deine Grenzen erst nehmen, wenn Du sie selbst nicht ernst nimmst? Wie soll der Andere Deine inneren Werte und Dich sehen, wenn Du Dich selbst nicht sehen kannst?

Das ist unmöglich!

Deine Verurteilungen

Wie schnell "verurteilst" Du einen anderen Menschen? Und was genau triggert/ärgert Dich eigentlich an ihm?

Wenn Du andere verurteilst oder einfach nicht so annehmen kannst, wie sie sind, gibt es etwas in Dir selbst, das Du für dich selbst nicht annehmen kannst.

Der Schatten in Dir ist heilsam!

Ich habe mich mit Gestalttherapie beschäftigt und finde die Ansätze darin sehr gut und hilfreich. Es geht hierbei immer darum, dass man die Lösung für seine eigenen Probleme in sich selbst trägt. Es benötigt manchmal lediglich Jemanden, der einem diese Lösungsansätze finden lässt. Manchmal ist eine Veränderung unserer alten, aus der Kindheit gelernten Glaubenssätze nötig.

In der Gestaltarbeit gibt es den Satz: "Das Ich erfährt sich am Du". Die Dinge, die Dich bei Andern wahnsinnig werden lassen, haben normalerweise immer etwas mit Dir zu tun. Eine Erfahrung von früher, eine  Eigenschaft, die Du gern hättest oder die Dich an Dir selber stört. Hier begegnest Du Deinen Schattenseiten. Wenn Du nicht vor ihnen davon läufst, sondern stattdessen versuchst ihnen zu begegnen und herauszufinden, was sie Dir sagen wollen, dann wirst Du immer mehr zu Dir selbst und zu Deinen Potentialen finden.

Wenn Du tagsüber mitbekommst, dass Dich etwas tierisch nervt, dann schreibe es auf. Nimm Dir dann, am besten am selben Abend, kurz Zeit für Dich selbst.

Lass Dich nicht stören!

Es reichen meist 5-10 Minuten dafür aus. Sie sind es aber Wert!

Nimm Dir Deine Notizen zur Hand und versuche Dich noch einmal in diese Situation hineinzuversetzen.

  • Was genau ärgert Dich am meisten?
  • Was fühlst Du dabei?
  • Wo fühlst Du etwas?
  • Woher kennst Du dieses Gefühl noch?

Schreibe Deine Erkenntnisse auf. Du wirst schnell merken, dass der Mensch, der diese Gefühle ausgelöst hat, nichts damit zu tun hat. Aber Du hast ihn die ganze Zeit dafür verurteilt. Er erinnert Dich an Etwas aus deiner Vergangenheit. Löse es auf, dann kannst Du gelassener mit dieser Person oder Situation umgehen.

Du hast eben aufgeschrieben, was Du denkst und fühlst. Welche Kernaussage hast Du rausgefunden? Drehe den Satz um ins Gegenteil oder in etwas Positives. Wenn du zum Beispiel den Satz hast "Ich bin nicht gut genug" dann ändere ihn etwa in "ich bin gut, so wie ich jetzt bin" oder "ich bin einzigartig". Erfühle aber genau, ob der neue Satz Dich stärkt oder noch nicht ganz, sonst suche/fühle weiter, bis du den passenden gefunden hast.

Du kannst den Satz dann auch in einer Meditation verinnerlichen. Wenn Du dazu Anregungen brauchst, habe ich folgenden Beitrag für Dich Mit Meditation zu mehr Klarheit.

Pferde sind Spiegel Deiner Gefühle!

Mir hilft immer mein Kontakt zu Pferden. Sie leben hier und jetzt. Sie nehmen Dich so wahr, wie Du im Moment bist. Mit all Deinen Gefühlen, Stärken, Schwächen quasi mit allem was Du im Moment mitbringst. Und sie nehmen Dich genau so an. Alle Tiere sind so. Hier mußt Du Dich nicht verstellen.

Selbstachtung und Selbstliebe - wo ist der Unterschied?

Selbstachtung und Selbstliebe sind nicht dasselbe. Selbstachtung ist lt. Duden die Achtung, die jemand vor sich selbst  hat, das Gefühl für die eigene menschliche Würde.

Für mich bedeutet das die eigene Würde und die eigenen Werte zu kennen und zu verteidigen. Wenn jemand die Grenze zu diesen Werten überschreitet, dann halte ich ihn davon ab. Ich ziehe eine klare Grenze. Ich achte darauf, dass mich mein Gegenüber respektiert, auch meine Grenzen. Dies kann ich klar und ohne böse oder verletzend zu werden ausdrücken. Denn auch der Andere soll mit demselben Respekt behandelt werden, wie ich es von Ihm erwarte. Für mich ist auch das ein Teil meiner Selbstachtung. Wenn Du Dein Echo anschreist, dann schreit es halt genauso zurück, logisch oder?

Die Definition von Selbstliebe finde ich im Duden nicht so getroffen. Da heißt es: "egozentrische Liebe zur eigenen Person; Eigenliebe" Egozentrisch ist ein negativ besetzte Wort, das ich in diesem Zusammenhang mit der Selbstliebe, die ich hier meine, nicht gebrauchen will. Da gefällt mir die Definition von Wikkipedia besser:" Selbstliebe, auch Eigenliebe, bezeichnet die allumfassende Annahme seiner selbst in Form einer uneingeschränkten Liebe zu sich selbst."

Selbstliebe soll hier nicht Egozentrik und übertriebener Egoismus bedeuten. Wir haben aber während unserer Kindheit und in unserer Jugend gelernt, es unseren Eltern, Verwandten, Lehrer ... recht zu machen. Wir haben gelernt uns anzupassen und die eigenen Wünsche hinten anzustellen und die Bedürfnisse der Mitmenschen zu befriedigen. Eine gesunde Eigenliebe zu sich selbst beinhaltet immer den Respekt vor den Grenzen des Anderen. Es bedeutet die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu erkennen und umzusetzen ohne den Anderen zu verletzen oder einzuschränken.

Was kannst Du nun konkret tun, um Deine Selbstachtung zu steigern?

Ich habe schon geschrieben, dass man für seine Selbstachtung seine Würde und seine Grenzen kennen muss. Doch wie erkennst Du nun Deine Würde, also Deine inneren Werte und wo verlaufen Deine Grenzen genau?

Stelle Dir dazu folgende Fragen:

  • Wie möchte ich behandelt werden?
  • Welche Werte sind mir fundamental wichtig? (Ehrlichkeit, Loyalität, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, Respekt, Toleranz, Aufrichtigkeit, Dankbarkeit, Demut, Disziplin, Ehrgeiz, Freiheit, Fairness, Gelassenheit, Genuss, Humor, Klarheit, Leidenschaft, Nähe, Offenheit, Distanz, Freundschaft...
  • Was ist Dir wichtig?
  • Wie möchte ich mich sehen?
  • Wie fühlen sich diese Werte für Dich an?
  • Sind sie genau das, was DU wirklich willst?

Wenn Du also zum einen kontinuierlich Deine Verurteilungen Anderen gegenüber anschaust, wirst Du immer mehr über Dich selbst erfahren und Dich und Andere besser achten können. Deine Selbstachtung steigt und Du kannst gelassener mit anderen Menschen umgehen.

Und wenn Du zum anderen immer klarer Deine eigenen Werte kennst, dann kannst Du Dich klarer abgrenzen. Somit werden auch Deine Mitmenschen Deine Grenzen kennen und respektieren lernen – Dich achten so wie Du es von nun an tust.

Was sind Deine Werte? Wo verteidigst Du Deine Grenzen und wo fällt es Dir schwer?

Schreibe mir! ich bin gespannt auf Dich!

Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

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Mit Selbstachtung authentischer werden!
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