Das Wort Selbstliebe ist meiner Meinung nach eines der missverstandenen Worte. Früher habe ich das Bild vom egozentrischen, wichtigtuerischen, in sich selbst verliebten Narzissten im Kopf gehabt, dem die Umwelt und die Menschen um ihn herum völlig egal sind, Hauptsache ihm geht es gut und er verschafft sich Vorteile.

 

Heute weiß ich, Selbstliebe ist das Gegenteil, nämlich sich selbst annehmen zu können, wie man (gerade) ist, mit all seinen Stärken und Schwächen. Keine Bestätigung von außen zu benötigen. Sie bedeutet Wertschätzung sich selbst gegenüber, dem eigenen Körper, der Seele, mich als wertvoll anzusehen. Selbstliebe bedeutet auch Selbstachtung. Sich zu fragen was sind meine Bedürfnisse, womit fühle ich mich wohl, was tut mir gut, was will ich jetzt. Mir kommt dann immer er ein meditierender, tibetischer Mönch in seinem orangefarbenen Gewand und seinem entspannten Wesen in den Sinn.

 

Ich schlage so etwas auch gerne nach und Wikipedia bestärkt mich in meiner Ansicht. Dort heißt es:Selbstliebe, auch Eigenliebe, bezeichnet die allumfassende Annahme seiner selbst in Form einer uneingeschränkten Liebe zu sich selbst. Der Begriff ist sinnverwandt, jedoch nicht vollständig synonym, mit Begriffen wie Selbstannahme, Selbstachtung, Selbstzuwendung, Selbstvertrauen und Selbstwert.“

 

Dieses Zitat von Walt Whitman finde ich sehr passend:

 

Ich feiere mich selbst und singe mich selbst, und was ich an mir akzeptiere, sollst auch du akzeptieren.

(Walt Whitman 1819-1892)

 

Warum fällt es so schwer sich selbst zu lieben?

 

Kennst Du aus Deiner Kindheit auch Aussagen wie?

  • Eigenlob stinkt
  • erst die Arbeit, dann das Vergnügen
  • was denken nur die Nachbarn
  • nimm mal Rücksicht auf…

 

Als wir geboren wurden da kannten wir noch keine Zweifel an uns. Wir waren im Hier und Jetzt verankert und haben gar nicht darüber nachgedacht, ob wir nicht nur genug für diese Welt sind. Das kam mit der Erziehung. Das war der Punkt an dem Du gelernt hast, Dich anders zu verhalten, nicht so zu sein wie Du wirklich bist, sondern Dich anderen anzupassen und Deine eigenen Bedürfnisse zurück zu stellen.

Im Laufe der Zeit hast du so immer mehr das Gefühl für Dich selbst verloren. Du hast gelernt, die Bedürfnisse und Erwartungen der Anderen zu erfüllen und nicht mehr auf Deine eigenen zu hören.

Wir kämpfen so sehr um die Liebe und Anerkennung der Anderen. Doch wenn Du Dich selbst nicht lieben kannst, wie willst Du einen anderen Menschen lieben?

 

  • nimm Dich so an wie Du bist – mit Deinen Stärken und Schwächen, Du bist einzigartig
  • achte auf Dich – auf deinen Körper und Deinen Geist/Deine Gedanken
  • finde heraus, was DU willst, stehe dafür ein und setze Anderen liebevoll Grenzen

 

 

Was hast Du von der Selbstliebe?

 

Siehst Du Dich selbst als wertvoll an, reagierst Du ganz anders auf Deine Umgebung und wirst anders wahrgenommen. Übergehe Deine Gefühle nicht. Nimm Deine Bedürfnisse ernst, dann hast Du auch die Kraft sie durchzusetzen und für Dich zu kämpfen. Dein Selbstwertgefühl hilft Dir, zu Dir selbst zu finden. Wer bist Du? Was möchtest Du? Wofür brennst Du? Was sind Deine Potentiale?

 

  1. Du wirst authentischer und Du lässt Dich immer weniger auf faule Kompromisse ein
  2. Du wirst selbstbewusster und nimmst Deine Bedürfnisse und Wüsche ernst
  3. Du wirst attraktiver, weil Du auch mal Nein sagen kannst. Du weißt was Du willst und was nicht
  4. Du wirst erfolgreicher, weil Du Fehler zum Lernen nutzt und keine Angst mehr vor ihnen hast
  5. Du lebst gesünder, weil Du mehr auf Dein Essen und Deinen Körper achtest

 

Die Liebe zu Dir findest Du in Dir selbst.  Gehe Deinen eigenen Weg. Lass Dir von niemandem helfen. Nur Du selbst weißt, was gut und richtig für Dich ist. Lass Dir von niemandem etwas Anderes erzählen!

 

 

Selbstliebe

 

So findest Du Deine Liebe zu Dir

 

Nun zeige ich dir welche Wege ich gegangen bin, um meine Selbstliebe zu finden. Es gibt noch viel mehr Möglichkeiten, aber Überfordere Dich nicht. Beginne langsam. Such Dir den Weg raus, der Dir spontan am meisten zusagt. Hauptsache Du fängst an!

 

Meditation

Nimm Dir wie immer ein paar Minuten täglich Zeit für Dich und schaue, was Du alles gut gemacht hast an diesem Tag. Schreib es auf, damit Du es vor Augen hast.

Nimm Dir am nächsten Tagen wieder Stift und Zettel und schreibe alles auf, was Dir an Dir selbst gefällt, worin Du gut bist, welche Ziele Du bisher erreicht hast…

Wiederhole das eine Woche lang täglich, das verschafft Du einen sehr guten Überblick über Deinen Selbstwert.

Sei auf keinen Fall zu kritisch mit Dir!! Du kannst vieles und Du hast schon vieles erreicht!! Schreib alles auf, was Dir spontan in den Sinn kommt – und keine Zensur!! Alles ist wichtig und gehört dazu. Vertraue Dir!

 

Erlebnis- und Wunschkollage

 

Erstelle eine Liste oder auch eine Kollage mit Deinen Erkenntnissen aus den Tagen zuvor. Sieh sie Dir täglich an oder meditiere!

Wir sind eher auf negatives Denken programmiert, als auf die positiven Seiten zu achten. Um eine Gewohnheit zu ändern benötigt unser Gehirn 60 Wiederholungen, um sie sicher „einzuprogrammieren“.

Das funktioniert auch mit deiner Liste/Kollage. Verinnerliche Dir, was Du alles Tolles kannst, was für ein einzigartiger Mensch Du bist und Dein Geist wird sich auf die positiven Dinge in Deinem Leben konzentrieren. Du bleibst nicht mehr an den Dingen hängen, die nicht so gut waren. Mit einem gesunden Selbstwertgefühl akzeptierst Du Deine Fehler, hakst sie ab und lernst daraus.  Du weißt, Du bist trotz Fehler ein liebenswerter Mensch mit Stärken und Schwächen.

 

 

Achtsamkeit

 

Kennst Du die Rosinenmeditation?

.1.Nimm eine Rosine in Deine Hand. Betrachte sie sie ganz neu, als ob Du sie noch nie gesehen hättest. Wie sieht sie aus? Was fällt Dir an ihr auf? Welche Farbe hat sie?…

2.Nimm sie zwischen zwei Finger. Wie fühlt sie sich an? Wie fühlt sich die Oberfläche an? Kann man sie leicht zusammendrücken?

3.Riechen. Wie riecht die Rosine? Schließe ggf. Deine Augen. Erinnert sie Dich an etwas? Welche Aromen kannst du wahrnehmen? Machen diese Lust auf schmecken?

4.Nimm sie in den Mund. Nicht runterschlucken! Wie fühlt sie sich im Mund an? Was kannst Du jetzt schon schmecken? Wie fühlt sie sich im Mut an?

5.Beissen und schmecken. Was passiert beim zerbeißen der Rosine? Was schmeckst Du? Wie checkst sie Dir?

6.Schlucken. Nun schluckst Du sie hinunter. Merkst Du etwas?

7.Nachfühlen. Wie hat sich das angefühlt, die Rosine so achtsam zu essen? Was hast Du alles entdeckt? Welche Erkenntnis nimmst Du für Dich mit aus dieser Meditation?

 

Versuche jeden Tag eine Sache richtig achtsam und aufmerksam zu machen und gleichzeitig auf Dich und Deine Gedanken und Gefühle zu achten.

 

  • Wie fühlt sich das an, was du gerade tust?
  • Willst du das wirklich oder machst du es nur aus Pflichtgefühl?
  • An was erinnert Dich das?
  • Welches Gefühl ruf es hervor?

 

Übe Dich darin zu erspüren, was Du magst und was Du nicht magst. Im zweiten Schritt eliminiere so viel wie möglich von den Dingen, die Dir nicht guttun oder die Du nicht magst. Charly Chaplin schreibt über seine Selbstliebe, er befreite sich von Speisen, Menschen, Dingen und Situationen, die ihm nicht guttun.

 

Fazit

Selbstliebe ist ein Schlüsselfaktor erfolgreicher Menschen. Nimm Dich und Deine Wünsche, Gefühle, Träume… ernst. Führe ein Leben, das Dir würdig ist. Du hast jedes Recht dazu, dafür wurdest Du geboren.

 

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Foto: Rainer Sturm / pixelio.de

 

Selbstliebe ist unglaublich wichtig für Deinen Erfolg!