Dass das Selbstwirksamkeit ist, war mir nicht bewusst!

Vor einigen Wochen war ich zu einem Business-Talk eingeladen. Dort tragen Unternehmer/-innen ihre Ideen und ihren Werdegang vor und im Anschluss es gibt eine kleine Diskussion und eine Fragerunde. Ich traf dort eine Frau, die in einer sehr gut bezahlten Anstellung war (was habe ich leider schon wieder vergessen, kann also nicht so spannend gewesen sein - grins). Ihre Leidenschaft ist das Reisen, allerdings keine Luxusreisen, sondern eher campingmäßig und einfach. Ist überhaupt nicht mein Ding, aber sie hat eine echt geniale Idee, nämlich zelten an ungewöhnlichen Orten. Mit ungewöhnlich ist zum Beispiel ein Museum, ein besonderer Platz in der Natur oder auch eine Fussgängerzone gemeint.

 

Um diese Idee zu verwirklichen und einen Teil des benötigten Startkapital aufzutreiben, hat sie ihren Job gekündigt und ihr Haus verkauft. Nach der Kündigung ist sie erstmal in ein tiefes Loch gefallen, aber dann hat sie sich aufgerafft, ihren Traum Schritt für Schritt verwirklicht und damit begonnen ein Unternehmen aufzubauen. Ich dachte nur krass, wie mutig und zugegeben sie ist weit von dem Alter entfernt, in dem man noch Flausen im Kopf hat! Außerdem muss sie ganz schön von ihrer Idee überzeugt sein und die Gedanken ans Scheitern irgendwie in den Griff bekommen.

 

 

Was ist das Geheimnis selbstwirksamer Menschen?

 

Selbstwirksame Menschen haben das Vertrauen und die Zuversicht Lösungen für zukünftige Probleme und Herausforderungen zu finden. Ihre Grundhaltung zum Leben ist optimistisch. Sie sind sich ihrer Stärken und Talente bewußt. Selbstwirksamkeit bedeutet, das Vertrauen in sich zu haben, aus den eigenen Lebenserfahrungen Strategien und Lösungen zu entwickeln, ins handeln zu kommen und sich Herausforderungen bewusst zu stellen.  Nicht in die Opferrolle zu fallen oder dort zu verharren, sondern ins Handeln kommen.

 

Das Mindset und die Leitsätze selbstwirksamer Menschen lauten so:

  • ich kann das
  • das traue ich mir zu
  • ich schaffe das
  • ich glaube an mich
  • für jede Herausforderung werde ich Lösungen finden

 

Das Leben in die eigenen Hände nehmen, es selbst gestalten und Tiefs zuzulassen, nicht darin hängen zu bleiben, sondern die eigenen Kräfte nutzen, dem Leben wieder Freude zu verleihen. Sich Ziele setzten und diese erreichen, auf die eigenen Stärken setzten und aus ihnen die Zuversicht holen, das zu erreichen, was man sich vorstellt und wünscht. Das ist Selbstwirksamkeit.

 

selbstwirksamkeit
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Quellen der Selbstwirksamkeit

 

Wir werden in den ersten sieben Jahren ganz deutlich durch unsere Umwelt, wie Eltern, Verwandte, Freunde, Lehrer... geprägt. Die Erfahrungen in dieser Zeit beeinflussen massgeblich unsere Wahrnehmungen und unsere Wirksamkeit. Hast Du viel Zuspruch, Aufmunterung und Vertrauen in Deine Fähigkeiten mitbekommen, so konntest Du mehr Selbstvertrauen aufbauen. Selbstvertrauen ist einer der Pfeiler unserer Selbstwirksamkeitserwartung. War das nicht der Fall, keine Panik, man kann es lernen.

 

Das, was wir heute über diese Thema wissen, geht auf den Psychologen Albert Bandura zurück. Er entwickelte in den 1970er Jahren das Konzept der Selbstwirksamkeitserwartung.

 

Nach Bandura gibt es vier Grundlagen:

 

  • Direkte Handlungserfahrung:  Das erfolgreiche bewältigen schwieriger Situationen und die gleichzeitige Verknüpfung mit dem eigenen handeln stärkt  das Vertrauen in unsere Kompetenzen und Fähigkeiten. Dabei ist die Frustrationstoleranz wichtig, um Rückschläge einstecken zu können ohne an Selbstvertrauen zu verlieren.

 

  • Beobachten anderer Menschen: Beobachten wir andere, uns ähnliche oder uns sehr wichtige Menschen, wie erfolgreich sie Herausforderungen meistern und ggf. dafür noch öffentlich gelobt werden, dann bekommen wir das Gefühl, dass wir das auch schaffen können. Man nennt das Modell-Lernen.

 

  • Ermutigung: Hören wir von anderen Zuspruch und Ermutigungen, wie "Dir traue ich das zu", Du schaffst das" dann zahlt das direkt in unsere Selbstwirksamkeit ein. ABER es muss sich auch der Erfolg dazu einstellen. Nur "Vorschusslorbeeren" ernten ersetzt nicht das erfolgreiche handeln und umsetzten. Beides muss vorhanden sein. Umgekehrt schwächt Dich die Aussage ein Versager zu sein nachhaltig.

 

  • Emotionen und Empfindungen: Musst Du einen Vortrag halten, wirst Du wahrscheinlich feuchte Hände haben und sehr aufgeregt sein. Man kann das als Versagen interpretieren oder einfach wahrnehmen und akzeptieren, dass es so ist. Für die eigene Selbstwirksamkeit ist es wichtig, diese Empfindungen positiv zu bewerten z. B. um die nötige Anspannung zu haben.

 

 

 

So baust Du Deine Selbstwirksamkeit auf

 
 
In diesem Teil des Artikels will ich Dir einige Vorschläge unterbreiten, wie Du gezielt Deine Selbstwirksamkeit ausbauen kannst. Wichtige Voraussetzung dazu ist die wahrhaftige Bereitschaft Dich ändern zu wollen! Das gilt ebenfalls für andere Lebensbereiche. Willst Du abnehmen gelingt das nur, wenn Du es wirklich willst und anfängst etwas dafür zu tun - mehr Sport und weniger Essen. Ich habe mal die etwas provokante These gehört: "Man ist nur zu Veränderung bereit, wenn der Schmerz/Druck zu groß wird". Ich finde da ist schon was wahres dran.
 
  • Deine Stärken: Überlege Dir, was Deine Stärken sind und schreibe sie auf
    • Was fällt Dir leicht?
    • Welche Erfolge hast Du bereits erreicht?
    • Was kannst Du gut?
    • Worin fühlst Du Dich sicher?

 

  • Mentor suchen: suche Dir eine Vertrauensperson, die Dich unterstütz und Zuspruch gibt. Sie sollte selbst eine gute Portion Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl haben und Dir Feedback geben können. Suche Dir jemanden, dem Du vollkommen vertrauen kannst und der DIR wohlgesinnten ist, nur DEIN Bestes im Sinn hat. 

 

  • Ziele setzen: setzte Dir realistische, aber herausfordernde Ziele. Du benötigst die Herausforderung für den entsprechenden Lernerfolg. Zerlege größere Ziele in Teilziele. Du willst z. B abnehmen und anstelle dass Du gleich 8 kg auf einmal abnehmen willst, füge Zwischenstepps ein. Diese sind motivierend und nicht so eine große Hürde. Nimm Dir vor in 6 Wochen 2 kg abzunehmen. Danach nimmst Du Dir die nächsten 2-3 kg vor usw. bis Du das Gesamtziel erreicht hast. 

 

  • Erfolge feiern: vergiss nicht Deine Erfolge zu feiern. Du machst sie Dir damit bewusst. Hast Du nach den ersten 6 Wochen Dein Gewicht um 2 kg reduziert, gönne Dir einen Kinobesuch oder eine Massage. Verknüpfe dabei das Erlebnis mit Deinem Erfolg.  Wir lernen am besten durch erleben oder visualisieren. Wenn Du den Erfolg mit einem Erlebnis wie Massage verknüpfst, bleibt er Dir besser im Gedächtnis verankert.

 

  • Vorbilder suchen: Suche Dir ein Vorbild, von dem Du lernen kannst, achte aber auf eine möglichst hohe Selbstwirksamkeit und Selbstbewusstsein, damit es Dich weiter bringt. Dieser Mensch kann aus Deinem privaten Umfeld, wie Vorgesetzte, Freunde, Verwandte sein. Du kannst Dir genauso ein prominentes Vorbild nehmen. Der Vorteil dabei ist vielleicht, dass es viel Literatur darüber gibt und Du Dir die Lebensgeschichte anlesen kannst. Mit einem Vorbild aus Deinem direkten Umfeld kannst Du natürlich besser Kontakt aufnehmen und fragen wie diese Person zu dem geworden ist und welche Hürden sie zu meistern hatte. 

 

Fazit

Für ein erfolgreiches und selbstbestimmtes Leben ist es wichtig an der eigenen Selbstwirksamkeit und dem Selbstbewusstsein zu arbeiten. Jeder kann das lernen. Es dauert einige Zeit und wird Schritt für Schritt erfolge tragen, wenn du dann bleibst und es ernst meinst.

Ich wünsche Dir viel Erfolg dabei. Welche Erfahrungen hast Du gemacht? Ich freue mich über jeden Kommentar.

 

 

Selbstwirksamkeit beginnt im Kopf

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