Wie ändere ich mein Leben einfach nur durch Meditation und warum sollte ich das eigentlich?

 

Kennst Du auch die Bilder und Berichte von tibetischen Mönchen, die eine ganz präsente, authentische und ruhige Ausstrahlung besitzen? Ich find das immer sehr faszinierend. Mein Ziel war schon mit 18 Jahren, dass ich einmal so weise wie so ein Mönch sein will. Viele Jahre lang habe ich diesen Gedanken völlig vergessen, aber als ich dann mit Mitte dreißig total unglücklich mit meinem Leben war, habe ich mich wieder daran erinnert.
Doch was macht diese Menschen aus? Was haben sie, was uns fehlt? Und wie ändere ich mein Leben, damit ich genauso werde, wie ich das will?

 

Naja, sie müssen schon mal nicht täglich arbeiten gehen, so wie wir und sich ab stressen, den ganzen Alltag bewältigen, Kinder erziehen… Und sie haben keinen oder kaum Besitz. Die müssen sich ja um nichts kümmern – nur beten, meditieren und das Kloster in Ordnung halten.

 

Aber können und dürfen wir wirklich so einfach urteilen? 

 

Die tibetischen Mönche leben meist in Klöstern in abgeschiedenen Gebieten in den Bergen. Annehmlichkeiten gibt es dort nicht. Die Klöster sind arm und bieten ausländischen Touristen Meditations- oder Yoga-Retreats an, um wenigstens ein paar Einnahmen zu haben, um die alten Gebäude instand halten zu können.

 

Ein streng reglementierter Ablauf bestimmt den Alltag. Beten, kochen, putzen und oft acht Stunden Meditation gehören dazu. Ebenso die Praxis des Streitgespräches. Dabei wird in einer Gruppe über die Lehren von Buddha diskutiert. Ein Mönch schildert seine Meinung zu einem Sachverhalt und die Anderen argumentieren dagegen. Ziel ist es, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen, obwohl man alleine gegen alle Anderen argumentieren muss.

 

Ich bin mir nicht sicher, ob wir im bequemen Westen, das wirklich so durchhalten könnten. Nach drei Tagen wäre ich jedenfalls total k.o.

 

Was machen acht Stunden Meditation mit dem Gehirn?

 

Zuerst einmal ist Meditation mehr, als das was uns als erstes in den Sinn kommt – das still sitzen im Lotussitz. Es gibt drei unterschiedliche Meditationsformen:

 

  • Achtsamkeit (wertfrei im Moment verharren)
  • Konzentration
  • Mitgefühl

 

Seit einigen Jahren interessiert sich auch die Wissenschaft immer mehr dafür. Den Anstoß dazu gab der Dalei Lama bereits in den 1980er Jahren. Er begann Hirnforscher davon zu überzeugen, die Gehirnstruktur von tibetischen Mönchen mit ca. 10.000 Stunden Meditationserfahrung mit denen von „normalen“ Menschen zu vergleichen.

Für die Wissenschaft ist Meditation alles, was mit mentalem Training in Zusammenhang steht. Dieses mentale Training fördert unsere Selbstwahrnehmung, unsere Selbstregulation und unsere positiven Emotionen.

Selbstregulation ist die Fähigkeit, die eigene Aufmerksamkeit und das eigene Verhalten sinnvoll zu steuern und nicht unangemessen zu reagieren.

 

Am besten erforscht ist die Achtsamkeitsmeditation.

Dass sich das Gehirn ändert hat die Wissenschaft dann auch anhand von Hirnscanns bewiesen. Nun geht sie der Frage nach welche Meditationsform wie im Gehirn wirkt. Wichtig für unsere Emotionen ist die Dichte der grauen Substanz im Hippocampus. Diese Region in den beiden Schläfen ist Teil des limbischen Systems und eben mit für unsere Emotionen und unser Gedächtnis verantwortlich. Ganz einfach gesagt, je dichter sie ist, desto mehr Mitgefühl haben wir.

 

Andererseits wird eine Region, der Mandelkern kleiner. Diese Region ist unter anderem für die Steuerung von Angst zuständig. Hier konnte ein weiterer Effekt nachgewiesen werden: Angst besteht aus der körperlichen Reaktion und dem Gefühl des Leidens. Dieses Leidensgefühl wird bei der Achtsamkeitsmeditation anscheinend verringert.

 

Es ließe sich noch viel dazu schreiben, aber ich will Euch nicht mit wissenschaftlichen Details ändern, sonder einen einfachen Überblick über die Wirkung von regelmäßiger Meditation auf das Gehirn geben.

 

Fazit: Das Gehirn lässt sich mittels Meditation trainieren. Es ist dadurch möglich Stress und Angstgefühlen entgegenzuwirken.

 

 

Wie ändere ich mein Leben – hin zu mehr Meditation?

 

Wie alles, was man neu anfängt, ist auch das regelmäßige meditieren nicht so einfach. Bei der Achtsamkeitsmeditation geht es darum im Hier und Jetzt zu verweilen und sich nicht durch Gedanken ablenken zu lassen. Unser Gehirn ist aber auf Denken spezialisiert. Das bedeutet, dass wir es durch einen kleinen Trick davon abhalten indem wir uns auf den Atem konzentrieren. Wenn sich dann doch der Streit mit dem Partner, der unerledigte Einkauf oder die Vorbereitung der Gartenparty einschleichen, schicken wir diese Gedanken sanft weg. Die bekommen später ihre Aufmerksamkeit.

 

Ich selbst habe in einer Gruppe mit dem Meditieren angefangen und das ist auch recht sinnvoll, denn man ist mit dem Bemühen, die Gedanken wegzuschieben und nur im Moment zu sein nicht Alleinkämpfer. Es geht allen am Anfang so. Mit der Zeit wird das dann besser.

 

Es gibt auch eine Menge Angebote in einem Kloster stille Retreats zu besuchen. Man kann sich unterschiedliche Arten aussuchen von einfach bis hin zu 15 tägigen Schweigeretreats.

 

Meditation im Alltag

 

Meditation bedeutet nicht nur still zu sitzen, es bedeutet achtsam und bewusst zu sein. Das kannst Du in vielen verschiedenen Situationen sein, beim Autofahren, vor dem Einschlafen, beim Aufwachen, unter der Dusche, bei der Gartenarbeit… Es bedeutet, sich bewusst nur auf das einzulassen, was Du gerade tust, eben nur Autofahren ohne die Anderen zu beurteilen, nur duschen und das Wasser und die Seife auf dem Körper spüren, nur die Rosen schneiden, ohne an etwas anders zu denken…

 

Wichtig ist, wie immer, erst einmal damit anzufangen. Ich selbst komme am besten damit klar, mich am Morgen nach dem Aufstehen hinzusetzen (nicht im Lotussitz, denn kann ich nämlich nicht lange durchhalten) und 15 Min nur meinem Atem zu folgen. Mich beruhigt das ungemein und ich merke, wie ich klarer und konzentrierter werde.

 

Gerade heute mit schreiben dieses Artikels habe ich beschlossen, auch am Abend noch einmal 10 Min. einzubauen, am besten wenn ich von der Arbeit nach Hause komme. Denn nur wenn wir regelmäßig meditieren wird sich etwas verändern und es wird zur Gewohnheit werden.

 

Am Ende des Artikels bekommst Du noch eine etwas ausführlichere Anleitung zum meditieren.

 

Warum ändert sich dadurch mein Leben?

 

Wie oben schon beschrieben hat Meditation einige Auswirkungen auf die Funktionsweise unseres Gehirns. Wenn Du  regelmäßig meditierst, wirst Du für Dich selbst folgendes feststellen:

Du bist auf Dauer:

  • entspannter
  • gelassener
  • ruhiger
  • achtsamer Dir und anderen gegenüber
  • selbstbewusster
  • erweiterst Deine Selbsterkenntnis
  • Deine Kreativität wird angeregt
  • gute Vorbeugung gegen Depression und Angststörungen

Ich habe selber bemerkt, dass ich oft gelassener reagiere. Mittlerweile male ich mir nicht mehr immer aus, was schon wieder alles passieren könnte und worauf ich evtl. keinen Einfluss habe. Wie schön, dass ich meine Gedanken steuere und mich nicht mehr von ihnen steuern lassen muss. Es macht mich entspannter, weil ich mehr im Moment lebe und ich bin dadurch glücklicher, weil ich noch die Blume am Wegesrand sehen und mich freue und nicht an ihr vorübereile ohne sie überhaupt beachtet zu haben.

 

Meditation ist kein Allheilmittel, aber es stärkt uns und selbst die Wissenschaft ist von den positiven Auswirkungen überzeugt bzw. kann sogar eine Veränderte Gehirnstruktur anhand von Scans nachweisen.

 

Also wenn Du etwas dafür tun willst und Dich nicht mehr ständig fragen willst, wie ändere ich mein Leben, sondern jeden Tag eine Kleinigkeit dafür tust, dass es Dir besser geht, wird sich Dein Leben von selbst in eine positive Richtung ändern.

 

Also nicht wie ändere ich mein Leben, sondern meditieren für eine Veränderung im Leben

 

Was sind Deine Erfahrungen mit  der Achtsamkeit? Hast Du für uns noch mehr Anregungen. Dann hau in die Tasten und lass uns teilhaben.

 

Viele Grüße Michaela

 

Hier die versprochene Anleitung, um mit dem Meditieren anzufangen

 

In 7 Schritten zur Meditation

  1. Wichtig für Deine Meditation ist ein für Dich schöner und ungestörter Platz. Mach es Dir sitzend auf einem Kissen gemütlich, nimm eine Decke mit, damit Dir nicht kalt wird. Und achte darauf nicht gestört zu werden.
  2. Setzte Dich gerade mit aufgerichteter Wirbelsäule hin. Du hast natürlich bequeme Kleidung an. Deine Beine sind entweder in einem Lotussitz oder Du sitzt auf dem Kissen und die Beine sind nach hinten angewinkelt (ohne Kissen würdest Du auf Deinen Waden sitzen). Deine Hände liegen locker im Schoss.
  3. Stelle Dir einen Wecker oder Dein lautlos geschaltetes Handy auf 10 min ein.
  4. Schließe sanft die Augen.
  5. Atme einfach ein paar Mal tief ein und aus, um Dich einzustimmen.
  6. Nun achtest Du einfache auf jedes einatmen und jedes ausatmen. Konzentriere Dich auf den Weg, den die Luft in Deinen Körper und wieder heraus nimmt. Sollten Deine Gedanken abdriften, so kehre einfach langsam wieder zu Deinem Atem zurück. Das wird Dir zu Beginn häufig passieren, aber es gibt sich mit der Zeit.
  7. Mehr musst Du nicht tun. Einfach 10 Min dasitzen und Deinem Atem lauschen. Das ist alles!

 

5 weitere Tipps, wie Dir meditieren noch besser gelingt

  1. Meditiere am besten jeden Tag. So wird es am schnellsten zur Gewohnheit.
  2. Versuche immer am selben Ort und etwa zur selben Zeit zu meditieren.
  3. Bleib geduldig und habe kein konkretes Ziel vor Augen, außer Deinen Atem zuzuhören. Es muss nichts passieren.
  4. Halte 10 Min durch. Wenn Dir das nach einiger Zeit gut gelingt, kannst Du langsam steigern bis zu der Zeit, die Du gerne für Dich meditieren möchtest.
  5. Sorge dafür, dass Du in Deiner Meditation nicht gestört wirst!

 

 

 

Foto: twinlili / www.pixelio.de

 

Wie ändere ich mein Leben? Hier ein einfacher Plan.
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